Was ist ordoliberalismus?

Der Ordoliberalismus ist eine wirtschaftspolitische Schule, die ihren Ursprung in Deutschland hat und auch als Freiburger Schule bekannt ist. Sie wurde in den 1930er Jahren von Ernst-Wolfgang Böckenförde, Walter Eucken und Franz Böhm gegründet.

Der Ordoliberalismus basiert auf der Überzeugung, dass der Marktmechanismus zwar die effizienteste Form der Wirtschaftsorganisation ist, aber bestimmte institutionelle Rahmenbedingungen benötigt, um effektiv zu funktionieren. Eine der wichtigsten Säulen des Ordoliberalismus ist daher der Wettbewerb. Dieser sollte durch staatliche Eingriffe geschützt und gefördert werden, um Monopole und Kartelle zu verhindern. Hierbei wird zwischen natürlichen Monopolen (z.B. Infrastruktur) und künstlichen Monopolen (z.B. durch staatliche Regulierung) unterschieden.

Der Ordoliberalismus betont zudem die Notwendigkeit einer marktwirtschaftlichen Ordnung, die auf einer klar definierten Verfassung beruht. Diese Verfassung soll die Rolle des Staates in der Wirtschaft begrenzen und Grundprinzipien wie Wettbewerbsfreiheit, Eigentumsrechte und Vertragsfreiheit schützen. Der Staat hat jedoch auch die Aufgabe, bestimmte Rahmenbedingungen zu schaffen und Marktversagen zu verhindern. Dies erfolgt unter anderem durch die Durchsetzung von Wettbewerbsregeln und eine antizyklische Wirtschaftspolitik.

Ein weiteres Kennzeichen des Ordoliberalismus ist die Betonung der sozialen Marktwirtschaft. Dies bedeutet, dass der Staat sozialen Ausgleich schafft und für eine gerechte Verteilung sorgt, ohne den Marktmechanismus vollständig zu verdrängen.

Der Ordoliberalismus beeinflusste maßgeblich die Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und gilt als eine der Grundlagen der deutschen Sozialen Marktwirtschaft. Heute findet der Ordoliberalismus auch international Beachtung und wird oft als Alternative zu anderen Wirtschaftssystemen wie dem Neoliberalismus oder dem Keynesianismus diskutiert.

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